Kompromissfähigkeit

Schwarz-weiss ist in der Politik eine beliebte Farbe. Vereinfachende Parolen – egal ob sie von links oder rechts kommen – haben Hochkonjunktur. Begünstigt wird diese Entwicklung durch die sozialen Medien wie Twitter und Facebook, in denen Kürzestbotschaften gefragt und seriöse Diskussionen kaum möglich sind. Dazu trägt auch bei, dass viele Medienunternehmen sich unter steigendem Kosten- und Zeitdruck keinen Qualitätsjournalismus mit einer verantwortungsvollen Auswahl von relevanten Themen mehr leisten können. Gefragt ist, was ankommt – frei nach dem Motto: Sag’ mir, was die Leute heute im Internet anklicken, dann sage ich dir, was morgen in der Zeitung steht. Und ankommen tun – genau: Emotionale und oft populistisch vereinfachte Schwarz-Weiss-Aussagen.

Doch unser Zusammenleben ist vielseitiger und komplexer, als dass man Probleme auf einfachste Schlagworte reduzieren könnte. Ein gutes Miteinander in der Familie und in der Gesellschaft lebt davon, dass man einander zuhört, den anderen Standpunkt zu verstehen sucht und dann gemeinsam einen Kompromiss sucht.

«Ein Kompromiss ist nur dann gerecht, brauchbar und dauerhaft, wenn beide Parteien Weiterlesen

Vielfalt tut der Demokratie gut

«Ein Parlament muss nicht effizient sein», ermahnte mich ein erfahrener Kantonsratskollege, als ich mich vor ein paar Jahren als Neuling im Parlament über die langwierige und ineffiziente Debatte mit vielen Rednerinnen und Rednern beschwerte.

«Mehr Effizienz, mehr Tempo…» mögen wohl auch diejenigen Kantonsräte gedacht haben, die 2016 eine parlamentarische Initiative einreichten, mit der sie die Wahlhürden erhöhen wollten. Nur Parteien, die im ganzen Kanton mindestens 3 Prozent Wähleranteil erreichen, sollten noch im Parlament Weiterlesen

«Per aspera ad astra»

Abraham Lincoln

In der gegenwärtigen Krisenzeit kommt mir immer mal wieder die lateinische Redewendung «Per aspera ad astra» in den Sinn. Sie bedeutet so viel wie «über raue Wege gelangt man zu den Sternen». In der Tat sind es oft die schwierigen Wege, die einem stärker machen und weiterbringen, auch wenn sich das in der Krise nicht so anfühlt.

Abraham Lincoln hat diese Redewendung in seinem Leben durchbuchstabiert. Er ist bekannt als einer der bedeutendsten Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, der die Sklaverei abschaffte, trotz eines Bürgerkrieges die Wiederherstellung des Staatenbundes erreichte und den Weg zur modernen USA ebnete. Doch haben Sie gewusst, wie viele persönliche Rückschläge Lincoln in seinem Leben durchmachte?

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Aus Überzeugung christlich

Hanspeter Hugentobler (Foto: Christian Merz)

Auch wenn die CVP das «C» in ihrem Namen loswerden und sich neu «Die Mitte» nennen will, bleibt für uns als EVP das «E» auch weiterhin unverzichtbarer Bestandteil unserer Identität.

Nachdem sich die CVP mit ihrem Parteinamen und dem Attribut «christlich» schon seit Jahren schwer getan hatte, soll nun eine Umbenennung der Partei in «Die Mitte» mehr Wähler ansprechen. Dass sich die CVP, die sich gemäss den Aussagen ihres Parteipräsidenten Gerhard Pfister auf nau.ch als einzige Partei der Mitte sieht (offenbar ist ihm entgangen, dass seine Fraktionspartnerin, die EVP, sich auch als Mittepartei versteht), von ihrem «C» lossagen will, wirft im In- und sogar im Ausland hohe Wellen.

So schreibt das internationale News-Portal «Evangelical Focus» unter dem Titel «Swiss Christian People’s Party gets rid of the ‹C› – «Schweizer Christliche Volkspartei wird das ‹C› los», dass die CVP die Bezeichnung «Christlich» aus dem Namen streiche, weil sie hoffe, damit den Wählerverlust zu stoppen. Der Schluss des Artikels bringt es auf den Punkt: «After this rebranding of the CVP, there will only be one party left in the Swiss Parliament that expressly includes the Christian faith in its name – the Evangelical People’s Party» – «Nach dieser Umbenennung der CVP bleibt im Weiterlesen

Danke für euer Vertrauen

Die nationalen Wahlen 2019 sind vorbei. Herzlichen Dank allen im Kanton Zürich, die mich mit 14’145 Stimmen auf den ersten Ersatzplatz der EVP-Nationalratsliste gewählt haben!

Danke auch allen meinen Wählerinnen und Wählern aus anderen Parteien, aus SVP (455), SP (395), FDP (311), GLP (429), CVP (211), Grüne (239), BDP (155), EDU (200) und Übrige (40).

Ein besonderes Dankeschön auch allen Pfäffikerinnen und Pfäffikern für die 936 Stimmen aus meiner Heimatgemeinde.

Danke für euer Vertrauen! Gerne werde ich mich auch weiterhin für ein gutes Miteinander in unserem Kanton und Land einsetzen.

 

„Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf”

Die Wichtigkeit der National- und Ständeratswahlen ist nicht zu unterschätzen: Sie und ich entscheiden, ob wir von Frauen und Männern in Bern vertreten werden, die für die Herausforderungen unseres Landes miteinander konstruktive Lösungen suchen, die dem Wohl des Volkes dienen – oder ob wir Parlamentarierinnen und Parlamentarier haben, die Einzelinteressen vertreten oder gar jede Lösung blockieren.

Vor vier Jahren lag die Stimmbeteiligung bei 48% – mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten unseres Landes haben also darauf verzichtet, ihre parlamentarische Vertretungen in Bern zu bestimmen. Diese Wahlabstinenz könnte man ja als Lob auf Weiterlesen

Haus der Demokratie

«Die machen sowieso, was sie wollen» – bestimmt kennen Sie dieses weitverbreitete Vorurteil über uns Politiker.
Und in der Tat gehen Sie wohl mit mir einig: Volksnähe ist für uns Parlamentarierinnen und Parlamentarier wichtig – eine Volksnähe, die sich auch dadurch auszeichnet, dass das Volk am parlamentarischen Prozess teilnehmen kann: Ratsdebatten verfolgen, sich mit Parlamentsmitgliedern treffen und sich aussprechen, in Foren mitdiskutieren. Das Volk soll in diesem Haus präsent sein – diese Überzeugung teilen Sie als Demokratinnen und Demokraten bestimmt mit mir. Nicht umsonst wurde aufgrund der Demokratiebewegung in unserem Kanton im 19. Jahrhundert – der Weiterlesen

„Ich höre immer deutlichere Hilferufe“

Das folgende Interview erschien im Juni 2018 im Magazin des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrer-Verbands. Das Gespräch mit mir führte Brigitte Fleuti, Präsidentin des Verbandes Kindergarten Zürich.

Mit drei Vorstössen lancierte Schulpräsident und EVP-Politiker Hanspeter Hugentobler im Kantonsrat die Diskussion über die Situation auf der Kindergartenstufe. Im Interview zeigt er sich besorgt darüber, dass Kindergartenlehrpersonen vor allem in den ersten Monaten immer mehr bis an den Anschlag gefordert sind. Weiterlesen

Ja zur Nationalhymne – nein zu Lehrplandiskussionen im Parlament!

Hand aufs Herz: Beherrschen Sie alle vier Strophen der Nationalhymne?
Am liebsten würde ich die Motionäre mal die Nationalhymne vorsingen lassen, um zu testen, ob bei ihnen das «Erlernen und Singen» der Nationalhymne gefruchtet hat… Ich kann sie nicht auswendig, aber ich habe eine Nationalhymnen-App auf meinem Handy, mit der ich meinem löchrigen Gedächtnis bei Bedarf auf die Sprünge helfen und den Schweizerpsalm-Text nachschauen kann…
Im Ernst: Was für eine schräge Idee, einzelne Lerninhalte im Volksschulgesetz (!!!) zu verankern – legen wir vielleicht nächstens im Gesetz auch noch fest, dass die Schülerinnen und Schüler im Kochunterricht lernen müssen, wie man Dampfnudeln und Fotzelschnitte herstellt?! Und wollen die Motionäre auch gleich noch festlegen, dass im Weiterlesen

100% Stellen auch für Kindergartenlehrpersonen

Kindergartenkinder sind uns wichtig – Kindergartenlehrpersonen sind es auch! Im Sinne einer fairen Anstellung habe ich am 15. Januar 2018 folgende Motion im Kantonsrat eingereicht:
Der Regierungsrat wird aufgefordert, die gesetzlichen Grundlagen zu schaffen, damit auch Kindergartenlehrpersonen in einer Klasse mit einem Vollpensum von 100% angestellt werden können.“

Die Kindergartenstufe ist die Eingangsstufe der obligatorischen Volksschule und damit Grundlage und Fundament für die weiterführenden Schulstufen. Die Kindergartenstufe bildet einen integralen und unverzichtbaren Teil des Bildungssystems. Umso unverständlicher ist die Anstellungssituation der Kindergartenlehrpersonen. Vor bald 25 Weiterlesen