Friede?

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Für das Magazin von ERF Medien sollte ich ein Editorial schreiben zum Thema «Frieden» – ich muss gestehen, dass ich gezögert habe, diese Aufgabe anzupacken. Inmitten der Kriege und Krisen unserer Zeit fühlen wir uns als einzelne Menschen doch machtlos, einen Beitrag zum Frieden beizutragen. Die Welt scheint geprägt von Konflikten, Spannungen und Unsicherheiten, die einen globalen Schatten auf unsere Existenz werfen.

Doch gerade in solchen Momenten erinnert uns der Glaube an eine Kraft, die grösser ist als die Konflikte, die uns umgeben. Jesus brachte den Frieden auf die Erde, lehrte Liebe und Versöhnung. In einer Welt, die von Unruhen und Konflikten geprägt ist, mag es paradox erscheinen, dass dieser Friede in unserem persönlichen Umfeld Wirkung entfalten kann. Doch gerade hier, im Kleinen, liegt die Kraft der Veränderung.

Trotz der unfriedlichen Weltlage können wir als Einzelne einen Unterschied machen. Die Botschaft des Friedens, die uns von Gott angeboten wird, ist auch eine konkrete Handlungsanweisung für unser tägliches Leben. Sie erinnert uns daran, dass der Frieden nicht nur ein Zustand ist, den wir passiv empfangen, sondern eine aktive Wahl, die wir immer wieder treffen können.

In Zeiten, in denen der Krieg als letzte Konsequenz des Hasses droht, kann der Friede und die Liebe zwischen Menschen als präventive Massnahme dienen. Jeder Akt der Freundlichkeit, der Versöhnung und des Verständnisses trägt dazu bei, die Spirale der Feindseligkeit zu durchbrechen. In unseren persönlichen Beziehungen können wir so zu Friedensstiftern werden und ein Gegengewicht zu den globalen Spannungen bilden.

Es ist verlockend, sich von der kollektiven Krisendepression niederdrücken zu lassen. Doch gerade in solchen Momenten ist es wichtig, den Blick auf das Positive zu richten. Die Fähigkeit, trotz widriger Umstände den Frieden im Kleinen zu leben und Hoffnung zu verbreiten, ist eine Kraft, die nicht nur unser eigenes Leben, sondern auch das Leben derer um uns herum prägt.

Vor Jahren versandten wir als ERF Medien unserem Publikum Grusskarten mit dem Slogan: „Wir glauben an die Zukunft und an Gott.“ Diese einfache Aussage birgt eine tiefe Überzeugung in sich. Sie ist ein Bekenntnis zur Hoffnung, die über die gegenwärtigen Schwierigkeiten hinausreicht. Glaube und Hoffnung sind nicht nur leere Worte, sondern Quellen der Kraft, die uns ermächtigen, selbst inmitten der Dunkelheit Licht zu entfachen.

Friede auf Erden?

Die letzten Monate waren alles andere als friedlich. Die weltweite Pandemie hält an und stürzt Millionen von Menschen in Armut, Krankheit und Tod. Sie lässt beinahe vergessen, dass sich die Krisenherde der Welt nicht verflüchtigt haben: ein Jahrzehnt Krieg in Syrien, Chaos in Afghanistan, Kriege in Afrika, Flüchtlingselend bei den Gestrandeten an den Grenzen Europas … Und obwohl wir in der Schweiz demgegenüber auf einer Insel der Glückseligen leben, sind auch in unserem Land die Auseinandersetzungen gehässiger geworden.

Ob bei der Corona-Diskussion oder bei Abstimmungsdebatten zu ethischen oder wirtschaftlichen Fragen: Echte Gespräche, in denen man um neue Einsichten ringt, werden verdrängt von holzschnittartig vorgetragener Polemik. In Diskussionen geht es nicht Weiterlesen

Wundersame Zeiten

Hand aufs Herz: War Ihnen in den vergangenen Weihnachtstagen zum Feiern zu Mute? Die traditionellen Elemente liefen zwar fast wie immer ab: Weihnachtsartikel in den Läden lange vor dem 24. Dezember, Einkäufe in letzter Minute, festliches Essen im familiären Rahmen, mit Tannenbaum und Weihnachtsguetzli, allenfalls war es Ihnen sogar möglich, einen Weihnachtsgottesdienst persönlich oder virtuell zu besuchen…

Aber vielleicht ging es Ihnen wie mir: Irgendwie war es nicht wie immer. Adventszeit, Weihnachtsshopping und Familienfest lagen wie unter einer Hochnebeldecke der Ungewissheit in der gegenwärtigen Krise. Selbst an kirchlichen Veranstaltungen scheint eine düstere grau in grau-Stimmung geradezu Weiterlesen

Aus Überzeugung christlich

Hanspeter Hugentobler (Foto: Christian Merz)

Auch wenn die CVP das «C» in ihrem Namen loswerden und sich neu «Die Mitte» nennen will, bleibt für uns als EVP das «E» auch weiterhin unverzichtbarer Bestandteil unserer Identität.

Nachdem sich die CVP mit ihrem Parteinamen und dem Attribut «christlich» schon seit Jahren schwer getan hatte, soll nun eine Umbenennung der Partei in «Die Mitte» mehr Wähler ansprechen. Dass sich die CVP, die sich gemäss den Aussagen ihres Parteipräsidenten Gerhard Pfister auf nau.ch als einzige Partei der Mitte sieht (offenbar ist ihm entgangen, dass seine Fraktionspartnerin, die EVP, sich auch als Mittepartei versteht), von ihrem «C» lossagen will, wirft im In- und sogar im Ausland hohe Wellen.

So schreibt das internationale News-Portal «Evangelical Focus» unter dem Titel «Swiss Christian People’s Party gets rid of the ‹C› – «Schweizer Christliche Volkspartei wird das ‹C› los», dass die CVP die Bezeichnung «Christlich» aus dem Namen streiche, weil sie hoffe, damit den Wählerverlust zu stoppen. Der Schluss des Artikels bringt es auf den Punkt: «After this rebranding of the CVP, there will only be one party left in the Swiss Parliament that expressly includes the Christian faith in its name – the Evangelical People’s Party» – «Nach dieser Umbenennung der CVP bleibt im Weiterlesen

Diskriminierung von Kulturschaffenden mit religiösem Hintergrund?

Die Gleichbehandlung gehört zu den grundlegenden Elementen unserer Demokratie – das gilt auch für die Coronakrisen-Unterstützungsmassnahmen. In diesem Zusammenhang habe ich im Kantonsrat am 29. Juni 2020 die nachfolgende Anfrage an die Zürcher Kantonsregierung eingereicht.
Die Veranstaltungsverbote aufgrund der Corona-Krise führten die Kulturschaffenden über Nacht in eine existenzielle Krise. Der Bundesrat beschloss daher ein Kultur-Unterstützungspaket im Umfang von 280 Millionen Franken, davon rund 70 Millionen für den Kanton Zürich. Bei der Verteilung dieser Gelder im Kanton Zürich zeigt sich nun, dass Kulturschaffende, deren Veranstaltungen in kirchlichen Räumen durchgeführt werden und/oder von einem religiösen Veranstalter durchgeführt werden, leer ausgehen.

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Schluss mit der «Work-Life-Balance»!

Wir haben alle gelernt, «Nein» zu sagen. Das ist eine gute Sache. Überall «Ja» zu sagen und die Kräfte in unzähligen Engagements zu verzetteln, ist keine gute Idee. Aber inzwischen beschleicht mich immer öfters der Gedanke, ob wir vielleicht das «Ja» sagen verlernt haben. Ein Ja zu wertvollen Aufgaben im Dienste unserer Mitmenschen, die auch uns selbst glücklich machen würden. Haben Sie schon einmal versucht, Freiwillige zu gewinnen für eine Aufgabe in einem Verein, in der Kirche oder gar für ein Engagement eines öffentlichen Amtes? Ich kann Ihnen garantieren, dass Sie Dutzende von Absagen erhalten werden – alle mit guten Begründungen, gegen die niemand etwas haben kann: «Ich will genug Zeit haben für Weiterlesen

Querdenker

Querdenker bewegen unsere Welt. Menschen, die es wagen, ausgetretene Pfade zu verlassen, bringen uns alle weiter. Pioniere, die zu neuen Horizonten aufbrechen, bahnen uns allen neue Wege in die Zukunft. Doch Pioniere sind auch unbequem: Sie denken anders – eben quer. Sie stören unsere gewohnte tägliche Routine. Sie stellen unbequeme Fragen, provozieren, werfen uns aus der Bahn. Doch wenn wir die Querdenker in unserem Leben nicht als Bedrohung Weiterlesen

Kirche ist für andere da…

«Kirche ist für andere da»…
…schreibt Kirchenratspräsident Michel Müller im Vorwort des Jahresberichts der reformierten Kirche des Kanton Zürich. Und er meint damit die Zehntausenden von Kirchenmitgliedern, die zwar für sich gerade keine kirchlichen Angebote in Anspruch nehmen, die aber sagen: «Aber für andere ist Kirche wichtig, und das will ich unterstützen!» Ich freue mich, in einem Land, und ganz besonders in einem Kanton zu leben, in dem solche Solidarität gelebt wird. Für andere da sein – dazu rief schon der Zürcher Reformator Zwingli auf – Gemeinwohl vor Privatwohl war seine Forderung, und er war gewissermassen der Weiterlesen

Die Macht des positiven Denkens

parkhausHaben Sie gewusst, dass schon die Bibel die Macht des positiven Denkens kennt? Im 4. Kapitel des Briefes an die Philipper schreibt der Apostel Paulus: «Orientiert euch an dem, was wahrhaftig, gut und gerecht, was anständig, liebenswert und schön ist. Wo immer ihr etwas Gutes entdeckt, das Lob verdient, darüber denkt nach»
Es fällt auf, dass nur positive Dinge genannt werden. Kein einziger negativer Begriff wird aufgezählt, nicht mal ein schweizerisch-ausgewogenes «sowohl als auch» kommt vor. Paulus rät, wir sollen uns auf das Positive im Leben ausrichten. Er tut dies aus einem einfachen Grund: Dem Weiterlesen

Wann waren Sie zum letzten Mal in der Kirche?

GrossmuensterNein, ich möchte Ihnen kein schlechtes Gewissen machen. Gott liebt alle Menschen – unabhängig davon, wie oft sie eine Kirche besuchen. Und Gott ist allgegenwärtig – man kann ihm buchstäblich überall begegnen: Bei einem Spaziergang, an einem Konzert, im Gespräch mit einem Mitmenschen, beim Lesen eines Buches, beim Anschauen eines Filmes…
Dennoch entdecke ich immer wieder, dass Gott gerade auch in Kirchen «anzutreffen» ist. Ein solches Erlebnis hatte ich in den Ferien – nach einer traumhaften Reise durch den Westen der USA mit all seinen wunderschönen Nationalparks und spannenden

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