Wundersame Zeiten

Hand aufs Herz: War Ihnen in den vergangenen Weihnachtstagen zum Feiern zu Mute? Die traditionellen Elemente liefen zwar fast wie immer ab: Weihnachtsartikel in den Läden lange vor dem 24. Dezember, Einkäufe in letzter Minute, festliches Essen im familiären Rahmen, mit Tannenbaum und Weihnachtsguetzli, allenfalls war es Ihnen sogar möglich, einen Weihnachtsgottesdienst persönlich oder virtuell zu besuchen…

Aber vielleicht ging es Ihnen wie mir: Irgendwie war es nicht wie immer. Adventszeit, Weihnachtsshopping und Familienfest lagen wie unter einer Hochnebeldecke der Ungewissheit in der gegenwärtigen Krise. Selbst an kirchlichen Veranstaltungen scheint eine düstere grau in grau-Stimmung geradezu Markenzeichen zu sein.

Dabei glauben wir an einen Gott, der sprüht vor Lebensfreude. Voller Freude und mit unglaublicher Liebe zum Detail schuf er eine unüberschaubar vielfältige Welt – aus Freude, aus Liebe, für uns! Als Gott die Erde schuf, produzierte er nicht – aus finanziellen und rationellen Gründen, wie wir das tun würden – eine Grasart, eine Fisch und einen Schmetterling. Nein, er kreierte in verschwenderischer Schöpfer-Freude 800 Grasarten, 20’000 Fischarten und 150’000 Schmetterlingsarten. Und Gottes Sohn, Jesus Christus, der am Ostermorgen den Tod besiegte, machte deutlich: „Ich bin gekommen, um das Leben in seiner ganzen Fülle zu bringen“. Der bekannte Schriftsteller C.S. Lewis drückte es so aus: „Freude ist das eigentliche Geschäft im Himmel“.

Zugegeben: Wir alle können nicht Tag für Tag freudestrahlend durchs Leben gehen. Unerfreuliches, Sorgen, Leid und Ärger bescheren uns düstere Tage. Manchmal belastet mich soviel, dass ich mich einfach nicht mehr freuen kann.
Ein Wort von Kurt Scherer macht mir in solchen Zeiten Mut: „Freude meint nicht ‚immer fröhlich – immer fröhlich…’, auch nicht: ‚immer nur lächeln, immer nur vergnügt…’ Sich freuen zu wollen ist die bewusst willentliche Absage an das Summieren negativer Gedanken und Gefühle. Es ist das Ja zu meinem Leben mit seinen verschiedenen Schattierungen, zu meiner Persönlichkeit als einem von Gott gewollten Original.“

Ich wünsche Ihnen (und mir), dass wir uns auch in diesen schwierigen Zeiten immer wieder dazu entschliessen, die Wunder in unserem Leben und in unserer Welt zu sehen und uns darüber zu freuen!

Ein Gedanke zu „Wundersame Zeiten

  1. Danke, Hanspeter. Das ist es, was wir, die Ekklesia überall, festhalten und weitersagen dürfen:
    „Freude – trotzdem und immer noch!“

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.