Yes, we can!

«Yes, we can» – «ja, das können wir!» – der Wahlkampf-Slogan des früheren US-Präsidenten Barack Obama ging um die Welt und elektrisierte Millionen von Menschen. Konnte man wirklich etwas verändern, sich für die Lösung aktueller Probleme einsetzen, einen Beitrag leisten für Gerechtigkeit, Wohlstand, Frieden? «Yes, we can!»

Auch wenige Monate vor dem Ende seiner Amtszeit spürte man in einer Rede von Obama immer noch dieses innere Feuer, etwas zu bewegen: «Ich möchte nicht sagen müssen, dass ich es nicht versucht habe. Ich möchte nicht sagen müssen, Weiterlesen

Lehrpersonen prägen die Zukunft

Hanspeter Hugentobler in der Messehalle (Foto: Patrick Merz)

In welchem Beruf kann man so entscheidend die Zukunft prägen wie als Lehrperson? Eine Lehrperson, die heute ihre Ausbildung an der PH beendet und 40 Jahre im Schuldienst ist, wird Schülerinnen und Schüler begleiten und prägen, von denen manche das Jahr 2150 erleben werden. Erstaunlich eigentlich, dass wir bei einem so visionären Beruf über Lehrpersonenmangel sprechen müssen…

Aber natürlich sind mir als Schulpräsident auch die herausfordernden Seiten des Lehrerinnen- und Lehrerberufs bekannt: Steigende Anforderungen durch immer heterogenere Klassensituationen, zunehmender Aufwand durch verstärkten individualisierten Unterricht, laufend zusätzliche Aufgaben, die der Schule delegiert werden, wachsende Ansprüche der Eltern und mit einigen von ihnen bisweilen schwierigste Situationen und Gespräche auch in den Abendstunden etc.: Und für alle erforderlichen Weiterlesen

Friede auf Erden?

Die letzten Monate waren alles andere als friedlich. Die weltweite Pandemie hält an und stürzt Millionen von Menschen in Armut, Krankheit und Tod. Sie lässt beinahe vergessen, dass sich die Krisenherde der Welt nicht verflüchtigt haben: ein Jahrzehnt Krieg in Syrien, Chaos in Afghanistan, Kriege in Afrika, Flüchtlingselend bei den Gestrandeten an den Grenzen Europas … Und obwohl wir in der Schweiz demgegenüber auf einer Insel der Glückseligen leben, sind auch in unserem Land die Auseinandersetzungen gehässiger geworden.

Ob bei der Corona-Diskussion oder bei Abstimmungsdebatten zu ethischen oder wirtschaftlichen Fragen: Echte Gespräche, in denen man um neue Einsichten ringt, werden verdrängt von holzschnittartig vorgetragener Polemik. In Diskussionen geht es nicht Weiterlesen

Lust auf Politik

Kürzlich haben mich drei Kantonsschüler für eine Arbeit im Rahmen ihres Staatskundeunterrichtes befragt. Eine Frage lautete: “Wie schätzen Sie das Interesse der Jugendlichen an Politik ein – ist es grösser oder kleiner geworden?” Meine Antwort lautete: “Das Interesse der Jugendlichen an Politik hat sich aufgrund der Klimakrise erhöht, allerdings scheuen viele das Engagement in der «institutionellen» Politik…”

Mich beschäftigt die Frage, wie wir mehr junge Menschen für ein politisches Engagement gewinnen können. Manche Parteien haben zwar eine Jungpartei – auch wir als EVP haben eine innovative junge EVP, in der sich viele junge Menschen engagieren, was mich immer wieder freut. Und mich begeistern Jugendliche, die es Weiterlesen

Mutmacher

Schwarzmaler haben in diesen Tagen Hochkonjunktur. Eine düstere Pandemie-Prognose jagt die andere. Kaum gibt es einen Silberstreifen am Horizont über die Impferfolge, zerstört eine Meldung über eine neue Virusmutation die aufkeimende Hoffnung wieder. Zwar zeigen Epidemiologien oft mehrere und auch optimistischere Szenarien auf, aber in unseren Köpfen nisten sich meist die schlimmsten Prognosen ein. Und längst haben Epidemiologie-Fachleute und Politikerinnen und Politiker gemerkt, dass Schwarzmalerei umso mehr Aufmerksamkeit generiert, je düsterer und krasser sie formuliert ist.

Doch wenn wir in unseren Gedanken immer mehr in eine dunkle Welt düsterer Zukunftsszenarien eintauchen, verlieren wir nur allzu rasch Hoffnung und Lebensmut. Umso wertvoller sind Menschen, die uns mitten in der Krise zur Seite stehen, auch Weiterlesen

Vielfalt tut der Demokratie gut

«Ein Parlament muss nicht effizient sein», ermahnte mich ein erfahrener Kantonsratskollege, als ich mich vor ein paar Jahren als Neuling im Parlament über die langwierige und ineffiziente Debatte mit vielen Rednerinnen und Rednern beschwerte.

«Mehr Effizienz, mehr Tempo…» mögen wohl auch diejenigen Kantonsräte gedacht haben, die 2016 eine parlamentarische Initiative einreichten, mit der sie die Wahlhürden erhöhen wollten. Nur Parteien, die im ganzen Kanton mindestens 3 Prozent Wähleranteil erreichen, sollten noch im Parlament Weiterlesen

Wundersame Zeiten

Hand aufs Herz: War Ihnen in den vergangenen Weihnachtstagen zum Feiern zu Mute? Die traditionellen Elemente liefen zwar fast wie immer ab: Weihnachtsartikel in den Läden lange vor dem 24. Dezember, Einkäufe in letzter Minute, festliches Essen im familiären Rahmen, mit Tannenbaum und Weihnachtsguetzli, allenfalls war es Ihnen sogar möglich, einen Weihnachtsgottesdienst persönlich oder virtuell zu besuchen…

Aber vielleicht ging es Ihnen wie mir: Irgendwie war es nicht wie immer. Adventszeit, Weihnachtsshopping und Familienfest lagen wie unter einer Hochnebeldecke der Ungewissheit in der gegenwärtigen Krise. Selbst an kirchlichen Veranstaltungen scheint eine düstere grau in grau-Stimmung geradezu Weiterlesen

«Per aspera ad astra»

Abraham Lincoln

In der gegenwärtigen Krisenzeit kommt mir immer mal wieder die lateinische Redewendung «Per aspera ad astra» in den Sinn. Sie bedeutet so viel wie «über raue Wege gelangt man zu den Sternen». In der Tat sind es oft die schwierigen Wege, die einem stärker machen und weiterbringen, auch wenn sich das in der Krise nicht so anfühlt.

Abraham Lincoln hat diese Redewendung in seinem Leben durchbuchstabiert. Er ist bekannt als einer der bedeutendsten Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, der die Sklaverei abschaffte, trotz eines Bürgerkrieges die Wiederherstellung des Staatenbundes erreichte und den Weg zur modernen USA ebnete. Doch haben Sie gewusst, wie viele persönliche Rückschläge Lincoln in seinem Leben durchmachte?

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Die ZVV-Nachtnetz-Strategie ist mutlos

Unser Zürcher Nachtnetz ist ein Erfolgsmodell – da stimmen Sie mir sicher zu.
Diese Erfolgsgeschichte freut uns deshalb speziell, weil einer der Väter ja auch der frühere EVP-Kantonsrat Kurt Schreiber ist – der den Ausbau des S-Bahn-Angebotes während der Nächte des Wochenendes forderte. Der Kantonsrat überwies das Geschäft 177/2000 an den Regierungsrat, und im Jahr 2002 wurde das Nachtangebot eingeführt. Seither sind die nächtlichen Fahrgastzahlen explodiert – die Nachfrage hat sich verzehnfacht.

Aber die Zeit ist nicht stehen geblieben seit 20 Jahren.
Das Freizeit- und Ausgehverhalten hat sich stark verändert: Während sich das Ausgehverhalten früher auf den Abend konzentrierte und nach Mitternacht «Sammel-Nachtlinien» dann noch die «Spätheimkehrer» transportierten, kommt heute das Nachtleben erst gegen Betriebsschluss in Schwung – natürlich nicht im Moment während der Corona-Zeit, aber wir machen hier ja die Politik für eine – hoffentlich baldige ! – Zeit nach Corona. Diese Verlagerung des Ausgehverhaltens in die Weiterlesen

Aus Überzeugung christlich

Hanspeter Hugentobler (Foto: Christian Merz)

Auch wenn die CVP das «C» in ihrem Namen loswerden und sich neu «Die Mitte» nennen will, bleibt für uns als EVP das «E» auch weiterhin unverzichtbarer Bestandteil unserer Identität.

Nachdem sich die CVP mit ihrem Parteinamen und dem Attribut «christlich» schon seit Jahren schwer getan hatte, soll nun eine Umbenennung der Partei in «Die Mitte» mehr Wähler ansprechen. Dass sich die CVP, die sich gemäss den Aussagen ihres Parteipräsidenten Gerhard Pfister auf nau.ch als einzige Partei der Mitte sieht (offenbar ist ihm entgangen, dass seine Fraktionspartnerin, die EVP, sich auch als Mittepartei versteht), von ihrem «C» lossagen will, wirft im In- und sogar im Ausland hohe Wellen.

So schreibt das internationale News-Portal «Evangelical Focus» unter dem Titel «Swiss Christian People’s Party gets rid of the ‹C› – «Schweizer Christliche Volkspartei wird das ‹C› los», dass die CVP die Bezeichnung «Christlich» aus dem Namen streiche, weil sie hoffe, damit den Wählerverlust zu stoppen. Der Schluss des Artikels bringt es auf den Punkt: «After this rebranding of the CVP, there will only be one party left in the Swiss Parliament that expressly includes the Christian faith in its name – the Evangelical People’s Party» – «Nach dieser Umbenennung der CVP bleibt im Weiterlesen