Dominus providebit

Kennen Sie die Aussage «Dominus providebit»? Mit grosser Wahrscheinlichkeit tragen Sie diese sogar ganz konkret mit sich herum – in Ihrem Portemonnaie! Denn «Dominus providebit» ist auf dem Rand jedes einzelnen 5libers eingeprägt – und das seit 1888. «Dominus providebit» bedeutet: Der Herr wird versorgen. Der Ausdruck «providebit» stammt vom lateinischen Wort «providere»: «Voraussehen, Vorsorge treffen, Sorge treffen, versorgen». Mich fasziniert, dass unsere Vorfahren sich und uns späteren Generationen mit einem alltäglichen Geldstück daran erinnern wollten, dass wir Menschen nicht die letzte Instanz sind, sondern dass wir gelassen auf einen Gott vertrauen können, der für uns sorgt.

Hand auf’s Herz: Können Sie in dieser Gelassenheit leben? Mitten in den Krisen- und Kriegsmeldungen aus aller Welt, in den gehässigen Querelen der Politik und den Herausforderungen des persönlichen Lebens? Ich muss zugeben, dass mir dies Weiterlesen

Friede?

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Für das Magazin von ERF Medien sollte ich ein Editorial schreiben zum Thema «Frieden» – ich muss gestehen, dass ich gezögert habe, diese Aufgabe anzupacken. Inmitten der Kriege und Krisen unserer Zeit fühlen wir uns als einzelne Menschen doch machtlos, einen Beitrag zum Frieden beizutragen. Die Welt scheint geprägt von Konflikten, Spannungen und Unsicherheiten, die einen globalen Schatten auf unsere Existenz werfen.

Doch gerade in solchen Momenten erinnert uns der Glaube an eine Kraft, die grösser ist als die Konflikte, die uns umgeben. Jesus brachte den Frieden auf die Erde, lehrte Liebe und Versöhnung. In einer Welt, die von Unruhen und Konflikten geprägt ist, mag es paradox erscheinen, dass dieser Friede in unserem persönlichen Umfeld Wirkung entfalten kann. Doch gerade hier, im Kleinen, liegt die Kraft der Veränderung.

Trotz der unfriedlichen Weltlage können wir als Einzelne einen Unterschied machen. Die Botschaft des Friedens, die uns von Gott angeboten wird, ist auch eine konkrete Handlungsanweisung für unser tägliches Leben. Sie erinnert uns daran, dass der Frieden nicht nur ein Zustand ist, den wir passiv empfangen, sondern eine aktive Wahl, die wir immer wieder treffen können.

In Zeiten, in denen der Krieg als letzte Konsequenz des Hasses droht, kann der Friede und die Liebe zwischen Menschen als präventive Massnahme dienen. Jeder Akt der Freundlichkeit, der Versöhnung und des Verständnisses trägt dazu bei, die Spirale der Feindseligkeit zu durchbrechen. In unseren persönlichen Beziehungen können wir so zu Friedensstiftern werden und ein Gegengewicht zu den globalen Spannungen bilden.

Es ist verlockend, sich von der kollektiven Krisendepression niederdrücken zu lassen. Doch gerade in solchen Momenten ist es wichtig, den Blick auf das Positive zu richten. Die Fähigkeit, trotz widriger Umstände den Frieden im Kleinen zu leben und Hoffnung zu verbreiten, ist eine Kraft, die nicht nur unser eigenes Leben, sondern auch das Leben derer um uns herum prägt.

Vor Jahren versandten wir als ERF Medien unserem Publikum Grusskarten mit dem Slogan: „Wir glauben an die Zukunft und an Gott.“ Diese einfache Aussage birgt eine tiefe Überzeugung in sich. Sie ist ein Bekenntnis zur Hoffnung, die über die gegenwärtigen Schwierigkeiten hinausreicht. Glaube und Hoffnung sind nicht nur leere Worte, sondern Quellen der Kraft, die uns ermächtigen, selbst inmitten der Dunkelheit Licht zu entfachen.

Die Ohren nicht hängen lassen

Wir leben in herausfordernden Zeiten. Es scheint, als greife die Unsicherheit auch in unserer vermeintlich so sicheren Schweiz zunehmend um sich. Die brutalen Kriege und Konflikte in aller Welt mit unzähligen von Toten und Flüchtenden lassen uns nicht kalt. Das Verhalten der Weltmächte ist unberechenbarer geworden. Die Demokratien sind weltweit unter Druck, die wichtige Funktion der Medien als einstige vierte Gewalt im Staat bröckelt. Der Klimawandel fordert uns heraus und die Umstellung auf erneuerbare Energien geht nicht nur in der Schweiz viel zu langsam. Stark spürbar ist auch die Teuerung: Steigende Mieten, Hypothekarzinsen, Energiekosten, Mehrwertsteuer, Krankenkassenprämien… Die Aussichten auf die Zukunft der Altersvorsorge sind Weiterlesen

Kinder sind das Wichtigste

„Kinder halten uns nicht von Wichtigerem ab. Sie sind das Wichtigste.» Diese Worte des Schriftstellers und Literaturwissenschaftlers C.S.Lewis fordern heraus. Denn die heutige Realität sieht anders aus: «Trend zur Kinderlosigkeit beschleunigt sich rasant», titelt die NZZ einen Artikel über die problematischen Folgen des fehlenden Nachwuchses auf die AHV. Die durchschnittliche Anzahl Kinder pro Frau ist im Jahr 2021 auf tiefe 1,39 gesunken, für eine konstante Bevölkerung wären 2,1 Kinder nötig. Und die Sozialwissenschafterin Jeannine Hess analysiert im NZZ-Beitrag: «Früher musste man sich bewusst gegen Kinder entscheiden. Heute dagegen ist es eher so, dass man einen bewussten Entscheid für ein Kind fällt.»

Nun finde ich den bewussten Entscheid für ein Kind grundsätzlich positiv. Kindererziehung ist kein Last-Minute-Trip, in den man überstürzt hineinschliddern, sondern eine jahrzehntelange Abenteuer-Reise, auf die man sich gut vorbereiten sollte. Es liegt mir auch fern, Paare zu kritisieren, die keine Kinder bekommen können oder sich nach reiflichen Überlegungen bewusst gegen Kinder entscheiden.
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De Föifer und s Weggli

«Chasch nöd de Föifer und s’Weggli ha», lautet eine altbekannte Redewendung. Auch wenn sie aus einer Zeit stammt, in der ein Weggli noch einen Fünfer kostete, ist sie uns heute noch geläufig. Viele von uns haben den Spruch vom Weggli und dem Fünfer wohl schon unzählige Male in der Kindheit gehört. Und zu lernen, dass man nicht alles haben kann, fiel uns als Kinder meist schwer – mir ging’s wenigstens so…

Mir scheint, als Erwachsene falle es uns nicht leichter, uns für den Fünfer oder das Weggli zu entscheiden: Wir drücken uns gerne um Entscheidungen, weil wir meinen, wir würden dann die Konsequenzen nicht spüren. Und so leben wir bewusst oder unbewusst mit Gegensätzen, die sich eigentlich ausschliessen. Schülerinnen und Schüler wollen gute Schulnoten – aber ohne zu «büffeln»; Arbeitstätige wollen weniger Weiterlesen

Tanz auf dem Vulkan

Wir leben in einem wunderschönen Land. In den Bergferien im letzten Jahr hat mich diese Tatsache neu begeistert. Verschneite Gipfel, klare Bergseen, lichte Wälder, vielfältige Blumenwiesen, gute Luft, erholsame Stille – es war traumhaft! Doch in die Begeisterung mischte sich eine nachdenkliche Stimmung: Die Klimaerwärmung war auch in dieser paradiesischen Gegend unübersehbar. Rasant schmelzende Gletscher, tosende Bergbäche mit enormen Schmelzwassermengen – und beim einstigen Weiterlesen

Yes, we can!

«Yes, we can» – «ja, das können wir!» – der Wahlkampf-Slogan des früheren US-Präsidenten Barack Obama ging um die Welt und elektrisierte Millionen von Menschen. Konnte man wirklich etwas verändern, sich für die Lösung aktueller Probleme einsetzen, einen Beitrag leisten für Gerechtigkeit, Wohlstand, Frieden? «Yes, we can!»

Auch wenige Monate vor dem Ende seiner Amtszeit spürte man in einer Rede von Obama immer noch dieses innere Feuer, etwas zu bewegen: «Ich möchte nicht sagen müssen, dass ich es nicht versucht habe. Ich möchte nicht sagen müssen, Weiterlesen

Friede auf Erden?

Die letzten Monate waren alles andere als friedlich. Die weltweite Pandemie hält an und stürzt Millionen von Menschen in Armut, Krankheit und Tod. Sie lässt beinahe vergessen, dass sich die Krisenherde der Welt nicht verflüchtigt haben: ein Jahrzehnt Krieg in Syrien, Chaos in Afghanistan, Kriege in Afrika, Flüchtlingselend bei den Gestrandeten an den Grenzen Europas … Und obwohl wir in der Schweiz demgegenüber auf einer Insel der Glückseligen leben, sind auch in unserem Land die Auseinandersetzungen gehässiger geworden.

Ob bei der Corona-Diskussion oder bei Abstimmungsdebatten zu ethischen oder wirtschaftlichen Fragen: Echte Gespräche, in denen man um neue Einsichten ringt, werden verdrängt von holzschnittartig vorgetragener Polemik. In Diskussionen geht es nicht Weiterlesen

Mutmacher

Schwarzmaler haben in diesen Tagen Hochkonjunktur. Eine düstere Pandemie-Prognose jagt die andere. Kaum gibt es einen Silberstreifen am Horizont über die Impferfolge, zerstört eine Meldung über eine neue Virusmutation die aufkeimende Hoffnung wieder. Zwar zeigen Epidemiologien oft mehrere und auch optimistischere Szenarien auf, aber in unseren Köpfen nisten sich meist die schlimmsten Prognosen ein. Und längst haben Epidemiologie-Fachleute und Politikerinnen und Politiker gemerkt, dass Schwarzmalerei umso mehr Aufmerksamkeit generiert, je düsterer und krasser sie formuliert ist.

Doch wenn wir in unseren Gedanken immer mehr in eine dunkle Welt düsterer Zukunftsszenarien eintauchen, verlieren wir nur allzu rasch Hoffnung und Lebensmut. Umso wertvoller sind Menschen, die uns mitten in der Krise zur Seite stehen, auch Weiterlesen

Wundersame Zeiten

Hand aufs Herz: War Ihnen in den vergangenen Weihnachtstagen zum Feiern zu Mute? Die traditionellen Elemente liefen zwar fast wie immer ab: Weihnachtsartikel in den Läden lange vor dem 24. Dezember, Einkäufe in letzter Minute, festliches Essen im familiären Rahmen, mit Tannenbaum und Weihnachtsguetzli, allenfalls war es Ihnen sogar möglich, einen Weihnachtsgottesdienst persönlich oder virtuell zu besuchen…

Aber vielleicht ging es Ihnen wie mir: Irgendwie war es nicht wie immer. Adventszeit, Weihnachtsshopping und Familienfest lagen wie unter einer Hochnebeldecke der Ungewissheit in der gegenwärtigen Krise. Selbst an kirchlichen Veranstaltungen scheint eine düstere grau in grau-Stimmung geradezu Weiterlesen