Unentgeltliche Lehrmittel auch im Gymi

Eigentlich ist der Titel dieser parlamentarischen Initiative eine Selbstverständlichkeit: «Unentgeltlichkeit der Lehrmittel während der Schulpflicht» – oder sollte zumindest eine Selbstverständlichkeit sein…
…denn sie gilt wohl für alle, die die Sekundarschule besuchen, aber nicht für diejenigen, die ihre obligatorischen Schuljahre im Gymnasium absolvieren. Ihnen respektive ihren Eltern werden hohe Kosten überwälzt – für Schulbücher, Laptop, Exkursionen…
…frei nach dem Motto: Wer ans Gymi will, soll bezahlen!
Das ist ungerecht – es kann doch nicht sein, dass nur Jugendliche solventer Eltern das Gymi besuchen, weil die Gebühren auf Weiterlesen

Mehr als Klatschen für die Lehrpersonen!

Bildung ist die wichtigste Ressource der Schweiz – und in der Volksschule legen wir die entscheidenden Grundlagen für die Bildung der nächsten Generation, die unser Land in die Zukunft führen wird. Und dabei entscheidender Erfolgsfaktor sind die Lehrpersonen, die sich Tag für Tag mit Kompetenz, Hingabe und viel Herzblut individuell um ihre Schülerinnen und Schüler kümmern.

Doch diese Lehrpersonen sind hoffnungslos überlastet: Als Gesellschaft haben wir der Schule immer mehr Bildungs- und Erziehungsaufgaben übertragen, die Schülerinnen und Schüler müssen immer individueller beschult werden und die Arbeit mit manchen Eltern wird immer schwieriger. Da ist es klar, dass die vorgesehene Arbeitszeit nirgendwo mehr hinreicht und Lehrpersonen aufgrund der Überlastung ihr Pensum reduzieren oder ihren Job sogar ganz an den Nagel hängen.

Das wollen wir ändern mit diesem Vorstoss – mit einem höheren Lektionenfaktor: Für faire Pensen ohne Überstundenüberhang, für die nötige Zeit für einen guten Unterricht und für genügend Lehrpersonen. Dass der Lektionenfaktor erhöht werden muss, anerkennt übrigens auch die grosse Mehrheit der Teilnehmenden an der Vernehmlassung zur Revision des neuen Berufsauftrages – Schulen, Gemeinden, Parteien inklusive.
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De Föifer und s Weggli

«Chasch nöd de Föifer und s’Weggli ha», lautet eine altbekannte Redewendung. Auch wenn sie aus einer Zeit stammt, in der ein Weggli noch einen Fünfer kostete, ist sie uns heute noch geläufig. Viele von uns haben den Spruch vom Weggli und dem Fünfer wohl schon unzählige Male in der Kindheit gehört. Und zu lernen, dass man nicht alles haben kann, fiel uns als Kinder meist schwer – mir ging’s wenigstens so…

Mir scheint, als Erwachsene falle es uns nicht leichter, uns für den Fünfer oder das Weggli zu entscheiden: Wir drücken uns gerne um Entscheidungen, weil wir meinen, wir würden dann die Konsequenzen nicht spüren. Und so leben wir bewusst oder unbewusst mit Gegensätzen, die sich eigentlich ausschliessen. Schülerinnen und Schüler wollen gute Schulnoten – aber ohne zu «büffeln»; Arbeitstätige wollen weniger Weiterlesen

Friede auf Erden?

Die letzten Monate waren alles andere als friedlich. Die weltweite Pandemie hält an und stürzt Millionen von Menschen in Armut, Krankheit und Tod. Sie lässt beinahe vergessen, dass sich die Krisenherde der Welt nicht verflüchtigt haben: ein Jahrzehnt Krieg in Syrien, Chaos in Afghanistan, Kriege in Afrika, Flüchtlingselend bei den Gestrandeten an den Grenzen Europas … Und obwohl wir in der Schweiz demgegenüber auf einer Insel der Glückseligen leben, sind auch in unserem Land die Auseinandersetzungen gehässiger geworden.

Ob bei der Corona-Diskussion oder bei Abstimmungsdebatten zu ethischen oder wirtschaftlichen Fragen: Echte Gespräche, in denen man um neue Einsichten ringt, werden verdrängt von holzschnittartig vorgetragener Polemik. In Diskussionen geht es nicht Weiterlesen

Kompromissfähigkeit

Schwarz-weiss ist in der Politik eine beliebte Farbe. Vereinfachende Parolen – egal ob sie von links oder rechts kommen – haben Hochkonjunktur. Begünstigt wird diese Entwicklung durch die sozialen Medien wie Twitter und Facebook, in denen Kürzestbotschaften gefragt und seriöse Diskussionen kaum möglich sind. Dazu trägt auch bei, dass viele Medienunternehmen sich unter steigendem Kosten- und Zeitdruck keinen Qualitätsjournalismus mit einer verantwortungsvollen Auswahl von relevanten Themen mehr leisten können. Gefragt ist, was ankommt – frei nach dem Motto: Sag’ mir, was die Leute heute im Internet anklicken, dann sage ich dir, was morgen in der Zeitung steht. Und ankommen tun – genau: Emotionale und oft populistisch vereinfachte Schwarz-Weiss-Aussagen.

Doch unser Zusammenleben ist vielseitiger und komplexer, als dass man Probleme auf einfachste Schlagworte reduzieren könnte. Ein gutes Miteinander in der Familie und in der Gesellschaft lebt davon, dass man einander zuhört, den anderen Standpunkt zu verstehen sucht und dann gemeinsam einen Kompromiss sucht.

«Ein Kompromiss ist nur dann gerecht, brauchbar und dauerhaft, wenn beide Parteien Weiterlesen

Faire Berufswahl-Chancen statt verfrühter Lehrstellenausschreibungen

Lehrstellen werden immer früher ausgeschrieben und vergeben – das setzt die Schülerinnen und Schüler unnötig unter Druck . In diesem Zusammenhang habe ich im Kantonsrat am 31. Mai 2021 die nachfolgende Anfrage an die Zürcher Kantonsregierung eingereicht.

Im Lehrstellennachweis LENA werden die offenen Lehrstellen seit diesem Jahr neu schon ab dem 1. April ausgeschrieben. Bisher war der Ausschreibungsstart auf den 1. August festgelegt und mit dem im Lehrplan festgelegten Ablauf des Berufswahlprozesses koordiniert. Mit der Vorverschiebung der Lehrstellenausschreibung wird der Berufswahlfahrplan untergraben. Der Druck auf die Jugendlichen steigt massiv, denn sie müssen sich Weiterlesen

Kein Verzicht auf Schulnoten

Noch selten habe ich bei einem Vorstoss so engagierte spontane Emails erhalten wie bei diesem: Kaum habe ich diese parlamentarische Initiative miteingereicht, wurde ich eingedeckt mit Argumenten pro und contra Noten. Von Noten als untauglichem Belohnungs- und Bestrafungssystem, das nichts mit Lernen zu tun haben, warnten die einen – von einem unabdingbaren und motivierenden Leistungsbeurteilungssystem schwärmten die anderen. Und bei der einen oder anderen Zuschrift drückten unübersehbar auch die persönlichen Noten-Schulerlebnisse (ob gut oder schlecht) durch. Aber daran ist man sich als Bildungspolitiker gewöhnt, in Sachen Bildung fühlen wir uns ja alle kompetent, weil wir mal alle in der Schule waren…

Damit ich Ihnen mein persönliches Erleben mit der Notengebung auch noch gleich weitergegeben habe: Ich war in der gesamten Primarschule mit einem sehr Weiterlesen

Diskriminierung von Kulturschaffenden mit religiösem Hintergrund?

Die Gleichbehandlung gehört zu den grundlegenden Elementen unserer Demokratie – das gilt auch für die Coronakrisen-Unterstützungsmassnahmen. In diesem Zusammenhang habe ich im Kantonsrat am 29. Juni 2020 die nachfolgende Anfrage an die Zürcher Kantonsregierung eingereicht.
Die Veranstaltungsverbote aufgrund der Corona-Krise führten die Kulturschaffenden über Nacht in eine existenzielle Krise. Der Bundesrat beschloss daher ein Kultur-Unterstützungspaket im Umfang von 280 Millionen Franken, davon rund 70 Millionen für den Kanton Zürich. Bei der Verteilung dieser Gelder im Kanton Zürich zeigt sich nun, dass Kulturschaffende, deren Veranstaltungen in kirchlichen Räumen durchgeführt werden und/oder von einem religiösen Veranstalter durchgeführt werden, leer ausgehen.

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