Hilfe, mein Kind ist auf Facebook!

Immer mehr Kinder und Jugendliche nutzen Facebook & Co – und die Eltern sind unsicher, ob das nun Chance oder Gefahr ist. Die Frage, ob Kinder und Jugendliche auf Facebook kommunizieren sollen, hat sich in den meisten Familien in unserem Land bereits erübrigt. 84% der Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren sind bei mindestens einer Social Media-Plattform registriert – Spitzenreiter ist dabei Facebook. Das zeigen die Ergebnisse der JAMES-Studie der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften ZHAW. Und obwohl Facebook eigentlich ein Mindestalter von 13 Jahren verlangt, sind je länger je mehr auch jüngere Kinder bei Facebook dabei, indem sie bei der Registration ein falsches Geburtsdatum angeben. Viele Schülerinnen und Schüler steigen in die sozialen Netzwerke ein, weil sie mit den Kolleginnen und Kollegen in Kontakt bleiben wollen.

Wie alle Medien haben auch die Social Networks sowohl Chancen als auch Gefahren. Zu den Chancen: Unsere Kinder wachsen mit der modernen Kommunikationstechnik auf und beherrschen sie daher in der Regel virtuos und viel besser als die meisten Erwachsenen. Das müssen sie auch, wenn sie sich später aktiv und erfolgreich in der Berufs- und Lebenswelt bewegen wollen. Wir leisten unseren Kindern einen Bärendienst, wenn wir sie von den modernen Medien fernhalten und sie nicht lernen, einen guten Umgang damit zu finden. Dazu kommt, dass Facebook & Co unseren Jugendlichen neue Möglichkeiten bieten, sich untereinander auszutauschen, sich darzustellen und mit anderen in Kontakt zu bleiben – wichtige Elemente auf ihrem Weg der Identitätsfindung. Zudem nutzen immer mehr Jugendliche die elektronischen Netzwerke für ganz praktische Dinge wie Aufgabentipps, Terminvereinbarungen und Freizeittipps.

Aber ebenso gilt: Die neuen Möglichkeiten des Internets haben Suchtpotential. Ein unkontrollierter Zugang der Jugendlichen zu den neuen Medien kann zu einer übermässigen Nutzung führen. Zudem können gerade Kinder die Folgen von Veröffentlichungen im Internet noch nicht richtig abschätzen. Umso wichtiger ist es, Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg in die Social Networks zu begleiten. Bereits bieten verschiedene Schulgemeinden entsprechende Kurse für Schülerinnen und Schüler, aber auch für Eltern an. Das Wichtigste bleibt aber, dass die Eltern sich für ihre Kinder interessieren und mit ihnen in Kontakt bleiben – auch über die Frage, wie sie mit Facebook & Co umgehen. Es kann durchaus sinnvoll sein, miteinander Regeln festzulegen, was man ins Internet stellt und was nicht. Und wie immer in der Kindererziehung gilt auch hier: Eltern sind Vorbilder – auch in der Nutzung von sozialen Netzwerken. Eltern tun daher gut daran, die neuen Kommunikationskanäle selbst zu nutzen und so «auf Augenhöhe» mit ihren Kindern die Herausforderungen der neuen Medien zu besprechen.

Die ZHAW hat einen hilfreichen Leitfaden «FAQ Medienkompetenz – häufig gestellte Fragen zu Chancen und Risiken von Medien» publiziert, der kostenlos vom Internet heruntergeladen werden kann:  http://www.psychologie.zhaw.ch/fileadmin/user_upload/psychologie/Downloads/Forschung/FAQ_Medienkompetenz/FAQ_Medienkompetenz_ZHAW.pdf

Diesen und viel andere Beiträge meines Medienblogs finden Sie monatlich im christlichen Medienmagazin Antenne. Weitere Infos dazu auf dem Medienportal von ERF Medien unter:
http://www.erf-medien.ch/antenne

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