Ich gebe Ihnen meine Interessenbindung bekannt: Ich war 16 Jahre Schulpräsident, davon die letzten zwei Jahre in einer Gemeinde mit Leitung Bildung – und ich bin im vergangenen Mai zurückgetreten, weil die Belastung zu gross wurde. Ich bin also just ein Vertreter jener Spezies von Schulpflegenden, die gemäss den Initianten dieser parlamentarischen Initiative angeblich nichts mehr zu tun haben sollen und die man darum abschaffen und die paar wenigen Restaufgaben einem Gemeinderatsmitglied übertragen kann. Jene Spezies, von denen der Zürcher Oberländer letztes Jahr titelte «warum so viele Mitglieder von Schulpflegen zurücktreten – dieses Jahr haben schon über 35 Schulpflegerinnen und -pfleger ihren Rücktritt bekannt gegeben. Es gibt Hinweise darauf, dass die Belastung für viele zu gross ist.»
Schulpräsidien und Schulpflegemitglieder haben also nicht zu wenig zu tun, sondern zu viel, und manche von ihnen bringt ihr Amt an die Belastungsgrenze angesichts der Fülle von Aufgaben und des massiv steigenden Drucks von allen Seiten des Schulfelds.
Doch die unzähligen Schulpflegerinnen und Schulpfleger in diesem Kanton tun ihren Dienst mit Herzblut, weil sie wissen: Es geht um die Bildung der nächsten Generation!
Dass Sie diesen wichtigen und wertvollen Dienst nicht wertschätzen, sondern mit dem Federstrich Ihrer Initiative kurzerhand abschaffen wollen, finde ich – gelinde gesagt – respektlos. Ihre Initiative ist jedenfalls nicht dafür geeignet, für die Gemeindewahlen 2026 neue, dringend gesuchte Behördenmitglieder zu gewinnen…
Und noch ein letzter Gedanke: Starke operative Leitungen brauchen eine starke politische Führung – das ist der Grundgedanke jeder vom Volk gewählten Exekutive. Mit der Begründung Ihrer Initiative, bei Gemeinden mit einer operativen Leitung Bildung solle man die Schulpflege-Exekutive abschaffen…
…mit dieser gleichen Begründung können sie auch die Gemeinderats-Exekutiven abschaffen, weil der Gemeindeschreiber als CEO mit seinen abteilungsleitenden operativ die Verwaltung führt… Merken Sie, wie absurd Ihre Argumentationslinie ist?
Die EVP setzt weiterhin auf den wertvollen Dienst der vom Volk gewählten Schulpflegerinnen und Schulpfleger als demokratische Aufsicht der Schulen
– wir unterstützen daher diese Schulpflege-Abschaffungsinitiative nicht.
Die parlamentarische Initiative 306 2024 „Übertragung der Aufgaben der Schulpflege auf den Gemeindevorstand in grösseren Gemeinden“ wurde mit 61 Stimmen vorläufig überwiesen und wird nun in der zuständigen Kommission behandelt. Wir bleiben an diesem Thema dran…
Votum in der Debatte der Kantonsratssitzung vom 17.2.2025 von EVP-Kantonsrat Hanspeter Hugentobler. Die EVP wird sich weiterhin für eine gute Bildung der nächsten Generation einsetzen.
Unter Medienberichte können Sie nachlesen, was die Medien über meine Voten und Vorstösse berichten.
Weitere Infos zu meinen Vorstössen im Kantonsrat finden Sie unter: Kantonsrat Zürich | Mitglieder | Hanspeter Hugentobler (zh.ch)
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