„Bad News“ oder „good News“?

Good News on a Bad Day

Good News on a Bad Day (Photo credit: Wikipedia)

Seit 2009 untersucht die Publicom AG im Auftrag des Bundesamtes für Kommunikation (BAKOM) die Privatradioprogramme in der Schweiz. Das BAKOM will so analysieren, wie Radios informieren und wie es um ihre Qualität und Vielfalt steht. In der neusten Studie wurden nun Privatradios in der Region Zürich unter die Lupe genommen. Über einem Medienartikel zu den Studienergebnissen steht der Titel: „Zürcher Privatradios bestechen durch Bad News und geringen Musikstilmix“. Und im Bericht ist dann zu lesen, dass die Radios den „emotionalisierenden Bad News“ überdurchschnittlich viel Platz einräumen würden.

Dieses Ergebnis überrascht nicht. Hören oder sehen wir denn in den Medien nicht eine geballte Ladung von schlechten Nachrichten – „Bad News“, Tag für Tag? Schlechte Nachrichten sind attraktiv, gute Nachrichten kaum. Oder hören Sie in den Medien viel von Ländern, die seit vielen Jahren trotz ihrer grossen Unterschiedlichkeit in Frieden miteinander leben? Sehen Sie viele Beiträge über die Millionen von Ehepaaren, die sich während Jahrzehnten treu sind und einander selbst in schwierigen Zeiten gegenseitig unterstützen? Werden Sie überhäuft von Medienberichten, die zeigen, wie gut wir’s in unserem Land haben und wie viele Menschen in Regierungen und Staat jeden Tag dazu beitragen, dass wir in einem der angenehmsten Länder der Welt leben können? Vermutlich kaum. Stattdessen vernehmen wir täglich von Kriegen, Konflikten, häuslicher Gewalt, Familiendramen, schlechten Regierungsentscheiden und intriganten Machtspielen  – und das oft in einer auf einzelne Personen zugespitzten negativen Art. Als „emotionalisierende Bad News“ eben…

Als Chef eines Medienunternehmens, dass seit bald 40 Jahren die gute Nachricht des christlichen Glaubens kommuniziert, muss ich unweigerlich daran denken, was Jesus Christus selbst vor 2000 Jahren über „Bad News“ und „Good News“ sagte: „Denn wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund. Ein guter Mensch bringt Gutes hervor, weil er im Innersten gut ist. Ein schlechter Mensch kann nur Böses hervorbringen, weil er von Grund auf böse ist.“

Ganz ehrlich: Mir geht diese Aussage nach. Ich habe mich gerade heute wieder gefragt: Womit ist mein Herz gefüllt – mit guten oder schlechten Gedanken? Und was kommt aus  mir heraus, wenn ich am Morgen auf meine Mitmenschen „losgelassen“ werde: Auch ein „Übermass an emotionalisierenden Bad News“? Oder gute, motivierende Aussagen eines Menschen, der sich von Gott geliebt weiss und das auch seinen Mitmenschen ausstrahlt?

Übrigens: Der Originaltitel der Publicom-Studie lautet durchaus positiv: „Vielfältige Zürcher Privatradiolandschaft“. Für diesen Artikel habe ich aber lieber die Schlagzeile von den überdurchschnittlich vielen emotionalisierenden Bad News bei Zürcher Privatradios verwendet – weil sie mir interessanter schien. Den Hang zu „Bad News“ zu überwinden fällt also auch einem „Good-News-Journalisten“ nicht einfach…

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